Trüffelsuche in Etzlenswenden
Ende Oktober verschlug es unserer Landfrauen-Gruppe in den idyllischen Ortsteil Etzlenswenden bei Beilstein, genauer zur Manufaktur für Feines Mörsel. Wir wurden herzlich empfangen und durften an einem spannenden Vortrag über Trüffel, ihren Anbau und ihre Verwendung teilnehmen — anschließend folgte eine reale Demonstration mit dem Trüffelhund Pino bei der Suche nach echten Trüffeln auf der Plantage.
Die Manufaktur Mörsel ist ein familiengeführter Betrieb mit Sitz in Beilstein-Etzlenswenden. Neben Obstbau und Brennerei gehören seit 2009 auch Trüffelanbau und Verarbeitung zu ihrem Angebot. Auf insgesamt etwa 2,7 Hektar Betriebsfläche werden unter anderem bio-zertifizierte Obst- und Gemüseerzeugnisse angebaut und weiterverarbeitet — etwa als Eingemachtes in Glas, in Form von Edelbränden, Likören oder feinen Spezialitäten. Eine Besonderheit ist die eigene „Truffière“: 2009 wurde eine Plantage mit Haselsträuchern und Eichen angelegt, deren Wurzeln mit Trüffelsporen „geimpft“ wurden. 2023 konnten erstmals nach 14 Jahren echte Trüffelfruchtkörper geerntet werden — ein Meilenstein für den Betrieb. Durch ihr Engagement und ihre Qualität wurde die Manufaktur im September 2025 offiziell als Partnerbetrieb Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ausgezeichnet.
Der Vortrag gab uns zunächst einen fundierten Einblick in die Biologie und Geschichte der heimischen Trüffel — wann und wie Trüffeln wachsen, wie sie mit Baumwurzel-Mycelien in Symbiose stehen, und warum eine gezielte Kultivierung nötig ist. Die Anlage der Trüffelplantage bzw. Truffière ist aufwendig: Baumarten wie Hasel oder Eiche werden mit Trüffelsporen beimpft und brauchen Jahre, bis sie erste Pilzfruchtkörper hervorbringen. Bei der Mörsel-Truffière dauerte es rund 14 Jahre, bis die ersten Trüffel geerntet werden konnten. Es wurde deutlich, dass Trüffelanbau viel Geduld, Pflege und ein feines Gespür für Boden, Klima und Baum-Pilz-Beziehungen erfordert — nicht jeder Standort und nicht jeder Boden ist geeignet. Außerdem erfuhren wir, wie die Manufaktur aus frisch geernteten Trüffeln Produkte herstellt. Natürlich wurde auch das ein oder andere mit nach Hause genommen.
Nach dem Theorieteil machten wir uns auf den Weg zur Trüffelanlage — sie liegt nur etwa 500 Meter entfernt von der Brennerei.
Vor Ort durften wir miterleben, wie Pino seine feine Nase einsetzt, um echte Trüffel im Boden aufzuspüren — ein eindrucksvolles Erlebnis und wie aus dem Lehrbuch. Bei Erfolg herrschte große Begeisterung und Pino wurde mit seiner geliebten Leberwurst Tube belohnt.
Der Betrieb der Manufaktur Mörsel steht nicht nur für handwerkliche Qualität und Genuss, sondern auch für Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung. Durch die Partnerschaft mit dem Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald wird der Trüffelanbau nicht nur als wirtschaftliches Vorhaben gesehen, sondern als Beitrag zur Bewahrung regionaler Kulturlandschaft und schonender Nutzung der Natur.
Dass nach langer Geduld und Engagement nun echte Trüffelfrüchte geerntet werden können, zeigt, dass Kultivierung in Deutschland möglich und erfolgreich sein kann — und es eröffnet Genuss für Menschen, die vorher vielleicht nur von Sterne-Restaurants von Trüffeln gehört haben. Der Begriff „Schwabentrüffel“ bekommt durch Mörsel eine ganz greifbare, regionale Heimat.
Unser Besuch bei der Manufaktur Mörsel war ein rundum faszinierendes Erlebnis: Der Vortrag vermittelte fundiertes Wissen, die Führung durch die Plantage fühlte sich lebendig und authentisch an — und der Moment, als Pino im Erdboden schnüffelte und wir mitverfolgen konnten, wie ein echter Trüffel zum Vorschein kam, war für viele von uns ein Highlight.
Besonders beeindruckend war, mit wie viel Hingabe und Geduld der Betrieb aufgebaut wurde — aus einer Idee wurde über Jahre hinweg eine echte Trüffelplantage, und nun können wir das Ergebnis genießen. Für uns Landfrauen war das nicht nur lehrreich, sondern auch ein schöner Gemeinschaftsausflug mit Regionalbezug: Wir konnten sehen, fühlen, riechen und schmecken, was es heißt, Trüffel nachhaltig, handwerklich und mit echter Leidenschaft zu produzieren.
Ich finde, solche Projekte sind wichtig — nicht nur für Trüffelliebhaber, sondern für alle, die Wert auf regionale, nachhaltige Produkte legen und neugierig darauf sind zu sehen, wie Genuss und Natur miteinander verknüpft werden können.



